Der Frühschwangerschaftstest – Warum ich ihn hasse

Liebe Baldmamis, ich wende mich heute direkt an euch und was ich jetzt schreibe, wird euch nicht gefallen. Einige werden mir auf Instagram entfolgen und/oder mich mit bösen Kommentaren übersehen. Aber Ladies, der Frühschwangerschaftstest ist der Teufel beim Kinderwunsch. Warum? Darauf möchte ich in diesem Artikel näher eingehen.

Ich hatte selbst über ein Jahr lang einen Kinderwunsch. Und ich weiß sehr genau, was in Kopf einer Frau vorgeht, wenn sie sich dem Ende eines Zyklus nähert. Man kann es kaum erwarten, kommt die Menstruation oder nicht? Hat es geklappt oder nicht? Der Griff zum Frühschwangerschaftstest ist schon sehr verlockend. Ja, ich gebe zu, auch ich habe in zwei Zyklen einen Frühschwangerschaftstest gemacht und es ging mir mental schlechter als ohne.

Frühschwangerschaftstest gegen Hibbelitis?

Warum machen wir eigentlich einen Frühschwangerschaftstest? Warum wollen wir unbedingt vor dem Einsetzen der Menstruation wissen, ob wir schwanger sind? Ich kann da nur von mir sprechen: es war die reine Ungeduld. Den ersten Frühschwangerschaftstest habe ich im 10. Übungszyklus gemacht. Davor habe ich es immer ausgehalten. Was nicht bedeutet hat, dass ich nicht jedes PMS als frühes Schwangerschaftsanzeichen gedeutet habe.

Im 11. Übungszyklus war ich mir dann ganz sicher, ich sei schwanger und begann 2 Tage vor der eigentlichen Periode mit dem Testen. Wie schon im 10. ÜZ waren alle Tests negativ. Als dann auch noch meine Periode ausblieb, war ich gänzlich durch den Wind. Wie konnten die Frühschwangerschaftstests negativ sein, wenn doch meine Periode ausblieb? Die Erklärung war einfach: ich trank Frauenmanteltee und nahm Bryophyllum. Das verlängerte meinen Zyklus.

Aber darauf möchte ich eigentlich gar nicht hinaus. Warum würde ich nie wieder in meinem Leben einen Frühschwangerschaftstest machen? Ich würde einen frühen Abgang nicht aktiv erleben wollen. Mädels, jetzt überlegt doch mal: ihr stellt zwei oder drei Tage vor dem Ausbleiben der Periode fest, dass ihr schwanger seid und plötzlich kommt sie dann doch. Dann wisst ihr, dass ihr schwanger wart, sich das Baby aber nicht halten konnte. Wollt ihr das wirklich?

Ein Frühtest ist nicht genug

Noch krasser finde ich die Frauen, die nebst den Frühschwangerschaftstests noch weitere Schwangerschaftstests machen, wenn einer schon positiv war und die Periode ausblieb. Ich habe einige Zeit gebraucht um zu kapieren warum sie das tun. Die Damen kaufen sich digitale Tests und prüfen dann, ob aus dem “1-2 Wochen” ein “3 Wochen” oder mehr geworden ist. Warum tun sie das? Sie wollen wissen, ob der HCG-Wert gestiegen ist.

Ich frage mich wirklich, wie man sich diesen Stress antun kann. Und ich weiß sehr gut, wie es sich anfühlt, ein Kind zu verlieren, denn ich hatte bei meiner 1. Schwangerschaft eine Fehlgeburt (Windei). Und ja, ich habe mich unglaublich gefreut, dass ich schwanger war. Als ich dann – ein Jahr nach der Ausschabung – wieder einen positiven Test in der Hand hielt, folgte auf die Freude erst einmal neutrale Stimmung. Nicht etwa, weil ich mich nicht auf das Kind gefreut hätte, sondern weil ich wusste, es kann alles passieren.

Ich hätte in den ersten Wochen alles dafür getan, mir 100% sicher zu sein, dass alles ok ist, aber das geht nunmal nicht. Weder mit einem Frühschwangerschaftstest noch mit drei weiteren Tests nach dem ersten positiven Test.

Ich glaube, man muss sich eines vor Augen halten: in den ersten 3 Monaten einer Schwangerschaft gilt das Alles-Oder-Nichts-Prinzip. Du kannst wenig tun, um den Verlauf einer Schwangerschaft zu beeinflussen. Klar, Verzicht auf Gifte, gesunde Ernährung, kein Stress sind alles Dinge, die wichtig sind, aber das wars auch schon.

Alles oder Nichts Prinzip

Auch bis zum Ende einer Schwangerschaft kann viel passieren, es muss aber auch nichts passieren. Als ich diesen Text geschrieben habe, war ich in der 12. SSW. Ab dieser Schwangerschaftswoche sinkt das Risiko einer Fehlgeburt auf etwa 12%. Aber es ist noch da. Und es geht auch nie ganz weg.

Was ich damit eigentlich sagen will: ein Frühschwangerschaftstest bewirkt nur eines: Du hast noch mehr Angst, als Du ohnehin schon hast. Du willst mir erzählen, dass Du keine Angst hast? Glückwunsch, dann bist Du eine von was-weiß-ich-wie-vielen Frauen, die entspannt an eine Schwangerschaft herangehen.

Im 12. ÜZ bin ich ein zweites Mal schwanger geworden. Den Test habe ich am Fälligkeitstag meiner Periode gemacht und zwar direkt am Morgen. Beim Aufstehen war mir klar, meine Periode kommt heute nicht. Normalerweise läuft es mir auf dem Weg ins Bad schon die Beine runter und ich habe schreckliche Bauchschmerzen. Diesmal war nichts zu sehen und zu spüren. Deshalb habe ich den Test gemacht und er zeigte an: 3-4 Wochen schwanger. Es war toll, wie gesagt, aber gleichzeitig auch wahnsinnig beängstigend.

Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich hätte im 12. ÜZ einen Frühschwangerschaftstest gemacht und hätte – meinetwegen – drei Tage vor Fälligkeit positiv getestet, ich wäre gestorben vor Angst. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Schwangerschaft von alleine abgegangen wäre.

Mädels, denkt mal drüber nach. Ein Kind zu verlieren, ganz egal in welchem Stadium einer Schwangerschaft, ist eine schreckliche Erfahrung, die ich niemandem wünsche. Wollt ihr euch wirklich der Gefahr aussetzen, diese Erfahrungen machen zu müssen, weil man nicht einfach noch drei oder vier Tage warten kann?

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