Pauls Tagebuch // 1. LW // 29.12.2017 – 05.01.2018

29.12.2017: Herzlich Willkommen Paul

Am 29.12.2017 um 08:19 Uhr war es endlich soweit. Unser kleiner Paul erblickte mit 4.030 Gramm, einem Kopfumfang von 36 cm und einer Größe von 54 cm das Licht der Welt! Da der kleine Mann per Kaiserschnitt mit Vollnarkose zur Welt kam, durfte sich der frisch gebackene Papa die ersten 30 Lebensminuten um unseren Mäuserich kümmern. Er konnte den Rest der Nabelschnur abschneiden und dann wurde auch schon gekuschelt. Nach einer halben Stunde war dann mein Kaiserschnitt vernäht und die Ärzte fuhren mich in den Aufwachraum. Dort angekommen, übermannten mich zunächst einmal starke Schmerzen, sodass die Ärzte mir noch einmal Schmerzmittel geben mussten. Es vergingen zehn Minuten, bis ich endlich soweit war, meinen Sohn zum ersten Mal in den Arm zu nehmen. Aber jede Sekunde Schmerz hat sich gelohnt, denn der kleine Sonnenschein hat alles vergessen gemacht.

Den restlichen Tag verbrachten wir damit uns gegenseitig kennen zu lernen. Für mich war das allerdings noch mit Schmerzen verbunden, denn ich konnte mich nicht richtig bewegen und mich deshalb auch nicht um den kleinen Mann kümmern. Aber Gregor hat das alles toll gemacht und sich ganz wundervoll um unseren Paul gekümmert. Die erste Nacht verbrachte Paul dann – in verschiedenen Positionen – auf mir, da ich noch nicht aufstehen konnte.

30.12.2017 – 31.12.2018: Die ersten Tage mit Paul

Die nächsten beiden Tage verbrachten wir noch im Krankenhaus. Es war alles noch sehr neu für mich und ich versuchte mich, so gut es ging, um Paul zu kümmern. Am zweiten Tag konnte ich dann schon langsam aufstehen und ein paar Schritte machen. Aber es war mir immer noch nicht möglich, Paul richtig zu versorgen. Das übernahmen Gregor und die Hebammen. Auch den Silvester-Abend verbrachten wir – zum ersten Mal als kleine Familie – im Krankenhaus. Das war aber nicht weiter schlimm, denn wir hatten ein Familienzimmer und einen wunderbaren Ausblick in Richtung Münchner Freiheit, wo wir das spektakuläre Feuerwerk sehen konnten. Paul verschlief den Jahreswechsel, denn er hat einen gesegneten Schlaf. Nach einer Zwischenmahlzeit gegen 4 Uhr morgens wurden wir dann, um kurz nach 8 Uhr morgens, von der Krankenschwester geweckt.

01.01.2018: Die erste Nacht zu Hause

Am Neujahrstag durften wir dann auch endlich nach Hause. Nach dem Mittagessen und einem Entlassungsgespräch machten wir dann gegen 14 Uhr auf den Heimweg. Im Auto wurde ich dann auch gleich mal von den ersten Hormonen übermannt und bekam einen kleinen Heulanfall 🙂 Das hält noch ein bisschen an, aber Gregor trägt es mit Würde 🙂

Die ersten Stunden zu Hause fühlten sich merkwürdig und wundervoll zugleich an. Wir bestellten uns etwas zu Essen und ich nahm mir etwas Zeit im Badezimmer.

Und dann nahm das Drama seinen Lauf: der kleine Paul bekam schreckliche Bauchschmerzen. Ich war völlig aufgelöst und weinte mit meinem Sohn. Für mich war das alles noch neu und ich wusste nicht, dass Babys einfach abends Bauchschmerzen bekommen. Zum Glück bekamen wir noch einen heißen Tipp gegen Bauchschmerzen: Lefax. Nachdem Gregor über zwei Stunden lang versucht hatte, unseren Sohn zu beruhigen, fuhr er schließlich in die Apotheke und besorgte das Wundermittel. Binnen Sekunden wirkte das Lefax und Paul ging es besser. Mir aber leider gar nicht, deshalb habe ich in der ersten Nacht auch kaum geschlafen. Paul machte es sich wieder auf mir gemütlich, was meinem Mamaherzchen auch gut tat 🙂

02.01.2018: Erster Besuch der Hebamme

Heute stand der erste Besuch der Hebamme an. Zum Glück habe ich mich gleich zu Beginn der Schwangerschaft um eine Hebamme bemüht, mit der wir auch super zufrieden sind. Da sie uns zum ersten Mal besuchte, dauerte alles auch länger.

Zuerst haben wir ein bisschen geplaudert, über die Geburt und die ersten Tage. Anschließend hat die Hebamme meine Kaiserschnittnarbe begutachtet und mir empfohlen, Magnesium zu nehmen. Dann ging es auch schon in Pauls Zimmer zum Wickeltisch.

Paul wurde gewogen (3.820 Gramm) und zum ersten Mal gewaschen. Die Temperatur war mit 36,7 Grad auch wunderbar und in Ordnung.

Die Hebamme empfahl uns, Pauls Mahlzeiten auf zwei Einheiten aufzuteilen, denn er neigt dazu, sich zu übergeben. Ihr Tipp war: zuerst die Hälfte füttern, dann wickeln, dann die zweite Hälfte füttern. Daran hielten wir uns auch erst einmal.

Als die Hebamme wieder weg war, machten wir unseren ersten – wenn auch kurzen – Spaziergang mit Paul. Für mich war das super-anstrengend, aber die frische Luft hat gut getan.

Gregor übernahm das abendliche Wickeln und hat sogleich erlebt, was Paul so alles kann. Nachdem Gregor von dem kleinen Mann zuerst angerülpst wurde, sparte der Mäuserich nicht damit, weiter zu zeigen, was alles aus ihm raus kann. Paul pieselte, nieste und kackte seinen Papa an 🙂

03.01.2018: Der erste Arztbesuch zur U2

Der zweite Tag zu Hause begann wieder etwas hektisch. Ich wollte den kleinen Paul eigentlich nur „mal schnell wickeln“. Aber nachdem der Kleine beschlossen hat, seine Milch des Vortags am unteren Ende mehrfach zu entleeren, kam ich ganz schön ins Schwitzen. Innerhalb von 30 Minuten habe ich 4 Wickelunterlagen, 2 Windeln, 15 Feuchttücher und ein T-Shirt verbraucht.

Nachdem Paul nun endlich angezogen war, ging es auch schon zum Kinderarzt. Die U2 stand an und wir waren froh, dass wir noch einen Kinderarzt gefunden haben, der uns aufnimmt. Frau Dr. von Ehrenstein ist eine ganz liebe Ärztin und wir sind happy, dass wir in der Gemeinschaftspraxis aufgenommen wurden.

Auch die Hebamme kam heute noch einmal und wog Paul (3.880 Gramm). Und weil er immer noch viel gespuckt hat, empfahl sie uns, Paul in der Wickelpause mit dem Oberkörper leicht nach oben zu legen. Zudem hat sie mir einen einfachen Trick gezeigt, damit Paul – wenn er quengelt – den Schnuller nimmt: einfach einen Tropfen Sab Simplex drauf und Paul in Richtung Brust drehen, dann ist recht schnell Ruhe 🙂

Am Nachmittag durfte dann auch endlich Igor seinen neuen besten Kumpel kennenlernen. Das erste Treffen verlief unglaublich gut. Igor war zwar sehr nervös und wusste nicht, wie er sich verhalten sollte, aber er hat dem kleinen Paul ein paar Mal über den Kopf geschleckt und schon waren sie beste Freunde 🙂 Mit Kuchen bewaffnet kam dann auch die Ur-Oma um ihren Ur-Enkel kennen zu lernen und uns mit Geschichten über ihre Schwangerschaft zu unterhalten.

04.01.2018: Opa Erwin lernt seinen Enkel kennen

Zum Glück war dieser Tag sehr entspannt. Die letzen Tage verbrachten Gregor und ich damit, viele Besorgungen zu machen und einige Dinge zu erledigen. Dies war der erste Tag, an dem wir uns etwas erholen konnten. Nachmittags durfte Opa Erwin seinen Enkel kennenlernen und war gleich hin und weg.

Trotz Regen machten wir unseren zweiten Spaziergang durch unsere kleine Siedlung, denn ich und Paul brauchten dringend frische Luft. Zudem hat mir die Hebamme tägliche Spaziergänge empfohlen, damit die Rückbildung besser in Gang kommt.

Der kleine Mäuserich hatte auch an diesem Abend wieder Bauchschmerzen, aber mit viel Geduld und Lefax hat er dann von 21 Uhr bis 5 Uhr durchgeschlafen.

05.01.2018: Ich höre auf mein Bauchgefühl

Dieser Tag begann ganz schrecklich. Der kleine Mann bekam um 5 Uhr seine erste Flasche, die er nach und nach fast vollständig wieder ausgespuckt hat. Ich hatte schon die ganze Zeit das Gefühl, dass wir ihm nichts Gutes tun, wenn wir ihn zwischen den Flaschen-Einheiten wickeln. Zumal Paul wickeln und auf dem Rücken liegen gar nicht toll findet. Ich habe dann mal eine Freundin gefragt, ob ihre Tochter auch immer so gespuckt hat. Sie hat mir dann erzählt, dass es viele „Speihkinder“ gibt und dass das gar nichts Schlimmes ist. Solange Paul nicht abnimmt, ist alles Bestens.

Und von diesem Moment an habe ich mich absolut auf mein Bauchgefühl verlassen. Wir haben sofort die Flaschen und Sauger umgestellt. Wir haben zu Anfang die Flaschen aus dem Krankenhaus verwendet. Leider hat Paul immer so fest daran gesaugt, dass sich der Sauger zusammengezogen hat. Zudem hat er unglaublich viel Luft aufgenommen. Nach langer Recherche haben wir beschlossen auf die Flaschen und Sauger von Avent und Mam umzustellen. Diese haben beide eine Anti-Kolik-Technik. Das alles haben wir entgegen dem Rat der Hebamme getan. Warum? Weil unser Bauchgefühl uns gesagt hat, das ist das Richtige. Des Weiteren haben wir aufgehört, die Fläschchen-Einheiten durch wickeln zu unterbrechen. Paul trinkt jetzt einfach so lange, bis die Flasche leer oder er eingeschlafen ist. Anschließend darf er eine Stunde leicht aufrecht im Arm liegen. Das funktioniert super, denn der kleine Mann übergibt sich fast nicht mehr.

Abends war das Bauchweh deutlich besser. Bis 22 Uhr gab es 4-5 kleine Bauchweh-Anfälle. Lefax, ein Windi und eine Bauchmassage helfen ganz gut.

Wir sind nach einer Woche Elternschaft über glücklich und freuen uns auf jeden weiteren Tag. 

Learnings des Elternsein:

  • hab‘ immer ausreichend Kaffee im Haus
  • Organisation ist alles
  • Hunger ist ein Fremdwort
  • Hamsterkäufe erleichtern das Leben

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