Werde ich eine gute Mutter?

Ich bin aktuell in der 33. SSW und mich beschäftigten viele Fragen: Wie wird das Leben mit Baby? Wird es stressig? Wird der Kleine durchschlafen? Wie wird sich unsere Ehe verändern? Aber am Meisten beschäftigt mich die Frage: Werde ich eine gute Mutter sein?

Ängste und Bedenken

Ich glaube, jede Mutter stellt sich irgendwann die Frage, ob sie eine gute Mutter sein wird. Aber ich frage mich ernsthaft, ob ich wirklich bereit bin für dieses Kind? Einige werden jetzt sagen, dass mir das hätte früher einfallen können. Ja, hätte es, tat es aber nicht. Seit etwa der 20. SSW frage ich mich heimlich, ob ich dieses Kind überhaupt möchte. Klingt hart, ist es auch. Ich war mir immer sicher, dass ich Mutter sein möchte, aber auf einmal frage ich mich, ob ich „mein Leben bisher schon gelebt habe“. Habe ich genug gefeiert? Habe ich genug Freizeit gehabt? Habe ich genug aus meiner Karriere gemacht?

Aktuell kann ich keine der Fragen mit ja beantworten. Da sind noch so viele Dinge, die ich eigentlich noch tun wollte. Ich wollte Karriere machen, ich wollte Festivals besuchen, ich wollte noch viele Wochenenden mit einem Kater aufwachen. Aber das geht jetzt nicht mehr, denn in wenigen Wochen wird der kleine Paul mein Leben vollständig auf den Kopf stellen.

Und darauf freue ich mich sehr! Aber ich habe Angst! Angst, dass ich den Kleinen nicht richtig lieben kann. Angst, dass ich mit ihm überfordert sein werde. Angst, dass ich nach der Elternzeit keinen Job finden könnte. Angst, dass meine Karriere am Ende ist, weil ich jetzt ein Kind habe.

Offene Worte sind wichtig

Wie kann das nur sein? Wie kann ich wirklich denken, ich könnte mein Kind nicht lieben? Wie kann ich wirklich denken, dass ich die einzige Mutter bin, die Angst hat, dass sie alles nicht schaffen wird? Die Fragen sind leicht zu beantworten: kaum eine (werdende) Mutter traut sich, das offen auszusprechen. Das ist genauso wie mit den Beschwerden in der Schwangerschaft. Viele Schwangere leiden, aber niemand traut sich was zu sagen. Man muss immer glücklich sein. Eine Schwangerschaft muss immer schön sein. Und genauso ist es mit dem Muttersein. Das muss immer toll sein. Aber dass man vorher von Ängsten heimgesucht und geplagt wird, darüber will keiner sprechen.

Ob sich meine Ängste bestätigen werden oder nicht, das weiß ich nicht, aber ich möchte anderen werdenden Mamas Mut machen, offen über Ängste zu sprechen. Egal mit wem: mit dem Partner, mit der Freundin oder mit der Familie. Viele werden mit Unverständnis reagieren, aber viele werden Dich verstehen!

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