Ich will ein Steak! (Fleisch in der Schwangerschaft)

Fleisch in der Schwangerschaft

Ich liebe Steak, schön blutig, eigentlich fast roh. Aber mit dem Fleisch in der Schwangerschaft ist das so eine Sache. Im Prizinp darf man kein rohes Fleisch essen. Das macht mich ein bisschen weinerlich. Schon nach ein paar Wochen konnte ich keine gekochte Wurst oder Hühnchen-Fleisch mehr sehen. Ich wollte richtiges Fleisch, halb roh, am besten ganz roh. Vom Grill, mit Soße und Kartoffeln. Blöd nur, dass rohes Fleisch in der Schwangerschaft echt gefährlich sein kann.

Kein rohes Fleisch in der Schwangerschaft

Schon bei meiner ersten Schwangerschaft hat mir meine Ärztin ein recht dickes Handbuch gegeben. Dort konnte ich alles nachlesen, was in der Schwangerschaft wichtig ist. Dass man nicht rauchen und trinken soll, wusste ich. Aber dass auch rohes Fleisch in der Schwangerschaft verboten ist, war mir neu. Ich war schockiert! Keine Salami, kein Parmaschinken und vor allem kein Steak! Dabei liebe ich Steak. Am besten so roh wie möglich. Innen schön rot, nicht nur zartrosa. Aber nein, Fleisch in der Schwangerschaft kann das Baby gefährden. Warum eigtlich?

Da ist die Sache mit den Salmollen. Ist das Fleisch nicht anständig gekühlt und schlecht gelagert, können darin Salmonellen enthalten sein. Und wer schon einmal eine solche Vergiftung hatte, der weiß, dass das ziemlich sch* ist. Und in der Schwangerschaft ist es noch gefährlicher. Hat man sich mit Salmonellen infiziert, muss man sofort zum Arzt.

Und dann ist da noch die Sache mit der Toxoplasmose. Das ist für das Baby ziemlich gefährlich, man selbst merkt da echt nix.

Aber was tun, wenn der Heißhunger auf Steak, Salami und Co. zu groß wird?

Das Geheimnis ist „Erhitzen“. Man darf deshalb kein rohes Fleisch in der Schwangerschaft essen, weil es eben roh ist. Also nicht erhitzt wurde. Deshalb ist ja auch gekochte Wurst völlig in Ordnung. Ab einer bestimmten Temperatur und einer bestimmten Dauer werden alle Bakterien getötet und das Fleisch oder die Wurst ist nicht mehr „gefährlich“. Mein Heißhunger auf Salami, Parmaschinken und Steak war so groß, dass ich erfinderisch wurde. Hier sind meine besten Tipps für den gefahrlosen Genuß von Fleisch in der Schwangerschaft:

Salami

Ich bin ein Fan von Salami und die hat mir zum Frühstück besonders gefehlt. Mein erster Versuch, einen adäquaten Ersatz für Salami zu finden war Koch-Salami. Kannst‘ voll vergessen, das schmeckt genauso wie gekochte Wurst und die wollte ich einfach nicht mehr essen. Aber dann ist mir im Supermarkt die vegetarische Salami von Rügenwalder in die Hände gefallen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich so meine ganz eigene Meinung zu veganer und vegetarischer Ernährung habe. Aber die Not macht erfinderisch und probierfreudig. Also kaufte ich mir eine Packung dieser Salami und probierte sie. Ich kann nur sagen: zum Glück habe ich diese Alternative schon in der 16. SSw entdeckt! Diese vegetarische Salami sieht nicht nur so aus wie normale Salami, sie schmeckt auch so. Mein Frühstück war geretettet.

Parmaschinken

Kein rohes Fleisch in der Schwangerschaft heißt auch, keinen Parmaschinken. Und ich liebe Parmaschinken auf Weißbrot. Super lecker! Wenn ich mal Bock auf sowas hatte, dann habe ich mir einfach eine ganz normale Vier-Käse-Pizza gekauft und diese dann – nach der Hälfte der Backzeit – dick mit Parmaschinken belegt. Da der rohe Schinken dann gute zehn Minuten bei 180 Grad gebacken wird, kann man sicher davon augehen, dass da alles tot ist, was jemals ein böses Bakterium gewesen ist. Wer Salami oder rohen Schinken frühstücken möchte, der legt das einfach auf ein Stück Backpapier und backt alles (im vorgeheizten Ofen) bei 180 Grad etwa zehn Minuten. Ist zwar nicht mehr so saftig wie im rohen Zustand, aber schmeckt noch recht gut und befriedigt die Gelüste.

Rohes Fleisch

Bei Steak wurde es schon schwieriger, aber ich kann Dir jetzt schon sagen, die Alternative schmeckt genauso gut! Die Krux bei rohem Fleisch in der Schwangerschaft ist ja, dass der Kern, der ja noch roh ist, einfach nicht ausreichend hoch und lange erhitzt wurde. So können Bakterien überleben. Aber nicht so bei – Achtung Trommelwirbel – Roast-Beef! Das wird über mehrere Stunden bei etwa 80 Grad im Ofen gegart. Das heißt, auch der Kern des Fleisches erreicht die 80 Grad. So sterben alle Bakterien ab. Salmonellen sterben, wenn das Fleisch bei 70 Grad über zehn Minuten erhitzt wird. Bei den Toxoplamsose-Erregern geht es sogar noch schneller. Sie sterben nach etwa zwei Minuten, wenn sie bei 67 Grad erhitzt werden. Zu guter Letzt noch die Listrien: sie sterben, wenn das Fleisch eine Kerntemperatur von mehr als 45 Grad erreicht. Du siehst also, ein Roast-Beef, das über mehrere Stunden bei 80 Grad erhitzt wurde, erfüllt alle Kriterien. Ich wusste das lange nicht und so habe ich mein erstes Stück rotes Fleisch in der 22. SSW gegessen und genossen. Seither könnte ich mich nur noch von Rost-Beef ernähren. Aber das würde die Haushaltskasse sprengen 🙂

Verzicht auf rohes Fleisch in der Schwangerschaft

Ich verzichte auf rohes Fleisch in der Schwangerschaft, denn mir das einfach zu gefährlich. Aber neun Monate auf Salami, Parmaschinken und Roast-Beef zu verzichten, habe ich nicht geschafft. Alle meine Tipps habe ich übrigens vorher ausfürhlich recherchiert 🙂

Welche Tipps hast Du? Oder hast Du voll auf rohes Fleisch in der Schwangerschaft verzichtet?


Quellen:

http://www.apotheken-umschau.de/Infektion/Salmonellen-So-bannen-Sie-die-Gefahr-114055.html

https://www.9monate.de/schwangerschaft-geburt/beschwerden-erkrankungen/listeriose-id94447.html

http://www.rund-ums-baby.de/schwangerschaftsberatung/Toxoplasmose_327997.htm

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